C67 – Ein K67 in Chemnitz 

C67 – ein K67 bekommt ein neues Kapitel

Als wir vor einiger Zeit über die Sanierung unseres K67 berichteten, war vieles noch offen. Der Kiosk war angekommen, die ersten Arbeiten waren gemacht, und langsam wurde sichtbar, was unter den vielen Schichten seiner Vergangenheit noch erhalten war—und was nicht.

Nach nunmehr drei Jahren ist die Restaurierung abgeschlossen. Und während wir uns Stück für Stück durch Material, Lack und alte Reparaturen gearbeitet haben, ist noch etwas anderes passiert: Wir haben mehr über die Geschichte genau dieses Kiosks erfahren.

Zeit also für ein neues Kapitel. Und für einen neuen Namen: Aus dem K67 wird C67 – unser Chemnitzer K67.

Vom Stadion nach Chemnitz

Lange wussten wir wenig darüber, wo unser Exemplar die ersten Jahrzehnte seines Lebens verbracht hatte. Inzwischen kennen wir einen wichtigen Teil seiner Biografie: Der C67 stand viele Jahre am Stadion Matija Gubec im slowenischen Krško. Dort war er offenbar als Pförtnerhaus im Einsatz.

Später führte der Weg des Kiosks von Slowenien nach Niedersachsen. Ein Hotelier ließ ihn nach Visselhövede in der Lüneburger Heide bringen und wollte daraus eine Hotelbar machen. Der schlechte Zustand des K67 machte diesen Plan jedoch zunichte. Schließlich übernahmen wir ihn – und damit auch die Frage, ob und wie sich ein mehr als fünfzig Jahre alter Kunststoffbau überhaupt noch retten lässt.

Reparieren, ohne die Geschichte glattzubügeln

Den ersten Teil dieser Sanierung haben wir bereits beschrieben. Im zweiten Abschnitt ging es weniger um große Eingriffe als um viele Details, die am Ende darüber entscheiden, ob der C67 tatsächlich noch einmal für längere Zeit bestehen kann.

Die Konstruktion aus glasfaserverstärktem Kunststoff verlangt dabei eine andere Herangehensweise als Holz, Stahl oder Mauerwerk. Beschädigte Stellen wurden laminiert, gespachtelt und geschliffen. An besonders beanspruchten Bereichen kamen flexible Materialien zum Einsatz, die Bewegungen und Temperaturschwankungen besser aufnehmen können. Fugen und Fenster mussten neu abgedichtet werden, und selbst die Türscharniere bekamen eine eigens entwickelte Verstärkung aus Metall, Epoxidharz und Glasfaser.

Auch bei der Oberfläche ging es nicht darum, den Kiosk möglichst neu aussehen zu lassen. Vielmehr sollte eine robuste Hülle entstehen, die ihn vor Witterung schützt und gleichzeitig seine Form wieder klar hervortreten lässt. Dafür waren mehrere Arbeitsgänge aus Füllen, Schleifen und Lackieren notwendig.

Die heutige Farbe ist dabei keineswegs frei gewählt. Die im Inneren erhaltenen Farbreste gaben einen wichtigen Hinweis darauf, wie der Kiosk früher ausgesehen haben könnte. Das heutige Rot dürfte seiner ursprünglichen Gestaltung deshalb sehr nahekommen.

Und auch beim Transport zeigte sich noch einmal, wie ungewöhnlich dieses Objekt konstruiert ist. Ein C67-Modul wirkt kompakt und leicht, wiegt aber doch um die 800 Kilogramm. Seine Stabilität entsteht unter anderem durch Metallkreuze, die in die Struktur eingearbeitet wurden. Bei unserem Exemplar waren Teile dieser Konstruktion beschädigt. Kran, Stapler, Gurte, Polsterung – und einiges an Vorsicht – waren nötig, damit der frisch restaurierte Kiosk seine nächste Reise unbeschadet überstand.

Angekommen

Seit Mai 2026 steht der C67 nun auf dem Garagen-Campus in Chemnitz.

Damit ist die Restaurierung zunächst abgeschlossen. Die Geschichte des Kiosks aber nicht.

Das passt zu einem Objekt, dessen Entwurf von Anfang an auf Veränderung ausgelegt war. Der K67 war nie nur „ein Kiosk“. Seine Module konnten kombiniert und für sehr unterschiedliche Zwecke genutzt werden: als Verkaufsstelle, Informationspunkt, Imbiss, Pförtnerhaus oder Treffpunkt. Manche Anlagen bestanden aus zahlreichen miteinander verbundenen Modulen.

Auch für unseren C67 möchten wir deshalb nicht bereits heute endgültig festlegen, was er künftig sein soll. Ausstellung? Treffpunkt? Kleiner Veranstaltungsort? DJ-Kabine? Informationsraum? Vielleicht etwas ganz anderes?

Sein neuer Standort bietet dafür einen passenden Rahmen, ohne dass der C67 darin aufgehen muss. Denn eine Idee verbindet ihn mit dem Garagen-Campus besonders gut:

Wie der Garagen-Campus soll auch der C67 über seine ursprüngliche Funktion hinaus, vor dem Verfall gerettet, neuen Formen der Gestaltung Raum geben.

Vielleicht ist genau das die eigentliche Fortsetzung dieser Restaurierung. Nicht ein möglichst perfekter Zustand am Ende eines Prozesses, sondern die Möglichkeit, wieder etwas mit dem Vorhandenen anzufangen.

Der C67 ist angekommen. Was als Nächstes mit ihm passiert, darf sich entwickeln.